Praxiswoche 2016: Polizei Bad Segeberg

Jusos besuchen die Polizeidirektion Bad Segeberg: „Die Polizei braucht Verstärkung!“

Am 19. Oktober besuchten Frederik Digulla (25), stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos Schleswig-Holstein, und Jana Stuth (15), stellvertretende Vorsitzende der Kreisjusos, im Rahmen der Praxiswoche der Landesjusos die Polizeidirektion Bad Segeberg. Unter anderem trafen sie Andreas Görs, den Leiter der Polizeidirektion, und nahmen an Streifenfahrten teil. Bei dem Besuch lernten die Nachwuchspolitiker Aufbau und Organisation sowie die praktische Arbeit der Polizei kennen.

Um 10.30 begann der Tag mit einer Präsentation des leitenden Polizeidirektors Andreas Görs. Die Polizeidirektion, zuständig für die Landeskreise Segeberg und Pinneberg, ist der größte der sieben Polizeibezirke in Schleswig-Holstein. Insgesamt sind hier 930 Personen beschäftigt. Themen des folgenden Gesprächs waren insbesondere der Personalmangel, die Zusammenlegung von Dienststellen und die Weiterentwicklung der Polizeiarbeit.

Ingo Minnerop, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion, stellte die aktuellen Kriminalitätsschwerpunkte im Kreis Segeberg vor. Schwerpunkt ist die Einbruchskriminalität im Hamburger Rand. Aber auch politisch motivierte Straftaten und die latente Terrorgefahr beschäftigen die Polizeidirektion. Im Jahr 2015 gab es 100.000 Soforteinsätze, 37.385 Straftaten und 12.800 Verkehrsunfälle im Zuständigkeitsbericht der Direktion. Die Aufklärungsquote liegt im Landesschnitt.

Im Gespräch mit dem Personalratsvorsitzenden Krause und dem Dienststellenleiter Klaus Tiemann wurde deutlich, dass die mangelnde Personalausstattung eine große Belastung bedeutet. Die neu geschaffenen Stellen sind nicht sofort spürbar, weil die Beamten erst ausgebildet werden müssen, was kurzfristig zusätzliches Personal bindet. Trotzdem wurde begrüßt, dass das Problem endlich angegangen wird. Auch die verbesserte Ausrüstung stößt auf Zustimmung. Insgesamt sei die Stimmung gut. Im Anschluss an die Gespräche nahmen die beiden Jungsozialisten an Streifenfahrten des örtlichen Polizeireviers und der Autobahnpolizei teil, um sich ein eigenes Bild von der Polizeiarbeit zu machen. Dabei ergab sich auch die Möglichkeit zum Austausch mit den Beamten, die täglich Dienst auf der Straße tun.

Der stellvertretende Landesvorsitzende Frederik Digulla aus Wahlstedt zog ein positives Fazit: „Unsere positive Erwartung wurde bestätigt: Die Polizeidirektion Bad Segeberg hat ein kompetentes und engagiertes Team. Allerdings merkt man deutlich den Personalmangel. Wir haben gesehen: Die Polizei in Schleswig-Holstein braucht Verstärkung. Die Landesregierung hat erste Schritte unternommen. Kurzfristig wurden 200 neue Stellen geschaffen und die Ausbildungsplätze verdoppelt. Auch in die Ausrüstung wurde investiert. Wer die eigene Gesundheit für unsere öffentliche Sicherheit einsetzt, braucht den besten Schutz. Mit neuen Pistolen und Schutzwesten ist in diesem Bereich einiges passiert. Klar ist aber auch geworden: Für das zusätzliche Personal müssen auch gute Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das heißt zusätzliche Streifenwagen und Räumlichkeiten. Dann sind wir mittelfristig auf einem guten Weg.“

Die stellvertretende Kreisvorsitzende Jana Stuth aus Neversdorf ergänzte: „In den Gesprächen ist uns der positive Umgang der Polizei mit der Flüchtlingssituation aufgefallen. In der neuen Unterkunft am LeVo Park befindet sich beispielsweise eine Dienststelle mit acht Beamten. Anders als in vielen Herkunftsländern, lernen die Geflüchteten die Polizei so als Freund und Helfer kennen. Ebenfalls erfreulich: Einen auffälligen Anstieg der Straftaten in Verbindung mit der gewachsenen Zahl an Flüchtlingen gab es nicht.“

Die Praxiswoche der Jusos Schleswig-Holstein findet bereits das dritte Jahr in Folge statt. Sie geht vom 17. bis 23. Oktober. In diesem Zeitraum absolviert der SPD-Nachwuchs überall im Land Praxistage in Unternehmen, Einrichtungen und Verbände. 2015 hatten Stuth und Digulla das Jobcenter in Bad Segeberg besucht. Im Jahr 2014 besichtigte Digulla die Firma Grundfos in Wahlstedt.

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