Muss es wirklich immer das Osterlamm sein?

Mich durchläuft ein Schauer, wenn ich schon im Frühjahr Lämmer über die Wiesen laufe sehe, denn was die Lämmer nicht wissen, aber ich weiß ist, dass viele von ihnen nur bis zum Osterfest zu leben haben. Dazu muss gesagt werden, dass die Lämmer auf den Wiesen noch „halb so schlimm“ dran sind, wie ihre Leidensgenoss*innen in den Käfigen der Massentierhaltung. Aber ein Schicksal teilen die Lämmer, so wie etliche andere Tiere, die an Ostern auf dem Teller landen, alle miteinander, den Tod für ein paar Minuten Genuss des Menschen.

Aber schon vor dem Schlachten erleiden die Lämmer einige schreckliche Prozeduren. Sie bekommen eine Marke ins Ohr gestochen und ihre Schwänze werden kupiert, letzteres soll angeblich Infektionen verhindern. Männliche Lämmer werden im Alter von wenigen Tagen ohne Betäubung kastriert, dadurch soll das Fleisch zart bleiben und ihr Temperament gezügelt werden.

Obwohl das Lamm Unschuld verkörpert, lässt man es nur wenige Wochen leben, bevor man es von seiner Mutter wegzerrt und auf einen oft langen und brutalen Transport in einen Schlachthof schickt.

Milchlämmer werden als Delikatesse angesehen. Sie haben nie etwas anderes als Muttermilch zu sich genommen, dass sie geschlachtet werden ist besonders widerlich. Der Vergleich mit menschlichen Babys scheint makaber, liegt aber auf der Hand.

Aber auch Hühner leiden für unser Osterfest, denn schon lange vor Ostern liegen Massen an eingefärbten Eiern in den Supermärkten. Die meisten dieser Eier stammen aus Intensivhaltung und obwohl Legebatterien verboten sind, haben Hennen in Intensivhaltung kaum mehr Platz als die Größe eines DINA-4 Blattes.

Einen schnelleren Tod als Hennen erfahren allerdings die männlichen Küken, denn diese werden für die Eierproduktion nicht benötigt. Durch das sogenannte „sexen“ werden sie aussortiert. Die Küken beider Geschlechter werden wie Gemüse auf Laufbändern sortiert. Die weiblichen Küken werden hinuntergenommen und in Kisten verpackt, um in Intensivhaltung, ihrem vom Menschen auferlegtem Lebensziel, Eier legen, nachzukommen. Schwache, verletzte und männliche Küken fahren bis zum Ende des Laufbandes und somit in ihren Tod. Dort erwartet sie entweder ein Schredder, der sie bei vollem Bewusstsein zu Brei verarbeitet oder ein Behälter voller Gas.

Das besonders absurde an Ostern ist, dass überall zu dieser Zeit mit süßen Küken, Lämmern und Hasen geworben wird, die fröhlich über die Wiese hoppeln, glücklich und vor allem lebendig sind. Aber trotzdem landen gerade Lämmer und Hasen zu Ostern gerne als Braten auf dem Teller.

Ostern sollte mensch allerdings harmonisch und friedlich zusammensitzen. Mitgefühl und Hoffnung sind große Stichworte. Aber wo ist das Mitgefühl gegenüber den Tieren? Aus der Sicht eines Kükens, Lämmchens oder Hasens hat Ostern sicherlich nicht viel damit zu tun.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten einen fleischlosen Osterbraten zuzubereiten, wie z.B. Fleischersatz wie Tofu oder Seitan. Aber warum muss es überhaupt ein Osterbraten oder das Ei zum Osterbrunch sein? Warum nicht mal mit den Traditionen brechen und beispielsweise ein leckeres Steinpilz Rissotto zum Osterfest kochen?

Für die Leute, die aber nicht auf Traditionen verzichten wollen, gibt es im world wide web etliche fleischlose und absolut tierglücklichmachende Rezepte für einen Osterbraten.

Also eine kleine Bitte am Schluss, denkt darüber nach, ob ein paar Minuten Genuss wirklich den Tod tausender Tiere wert ist.

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